Verkehrssicherheit – Sicher unterwegs mit dem Rad

Richtiges Verhalten im Straßenverkehr reduziert das Unfallrisiko beim Radfahren. Mit dem Präventionsmobil Verkehrssicherheit kann es trainiert werden – bald auch mit App-Unterstützung.

Fahrradfahren ist eine beliebte Art der Fortbewegung. Viele Menschen nutzen das Rad für den Weg zur Arbeit und in der Freizeit. Auch auf manchem Betriebsgelände erleichtert es, längere Wege zurückzulegen. Gerade bei Tätigkeiten mit wenig Bewegung, wie beispielsweise Büroarbeit oder Fahrtätigkeiten mit Kraftfahrzeugen, kann das Fahrrad einen guten Ausgleich bieten. Leider steigt mit der wachsenden Beliebtheit auch die Zahl der Fahrradunfälle. Unter den VBG-Versicherten ist bereits etwa jede zweite verunfallte Person im Straßenverkehr eine Radfahrerin oder ein Radfahrer.

Sicherheit beim Radfahren

Daher sollten Radfahrende immer auf ihre persönliche Sicherheit achten. Ein Fahrradhelm kann bei einem Sturz schwere Kopfverletzungen vermeiden. Helle und bei Dunkelheit retroreflektierende Kleidung erhöht die Sichtbarkeit für andere Verkehrsteilnehmer. Retroreflektierend bedeutet hierbei, dass die jeweilige Lichtwelle genau in die Richtung zurückgeworfen wird, aus der sie gekommen ist. Auch das Verhalten trägt zur Sicherheit bei. Radfahrende verschwinden beispielsweise bei größeren Fahrzeugen wie Bussen schnell im toten Winkel. Daher sollten sie an Ampeln lieber hinter den Fahrzeugen warten, wenn keine speziellen Ampelschaltungen oder Aufstellflächen für den Radverkehr vorhanden sind.

Fahrräder als Arbeitsmittel

Werden Fahrräder auf Weisung oder mit Erlaubnis des Arbeitgebers für betriebliche Fahrten eingesetzt, sind sie Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung. Die mit der Nutzung verbundenen Gefährdungen müssen daher in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt werden. Anschließend sind die sich daraus ergebenden Schutzmaßnahmen umzusetzen. Dazu gehört auch die regelmäßige Prüfung des sicheren Zustands von betrieblich genutzten Fahrrädern.

Das Präventionsmobil

Generell gilt: Die meisten Unfälle im Straßenverkehr entstehen durch Fehler der Fahrenden. Für die sichere Nutzung von Fahrrädern ist angemessenes Verhalten in Gefahrensituationen deshalb ebenso wichtig wie technische und organisatorische Maßnahmen. Kritische Fahrsituationen lassen sich trainieren, sodass sich die Radfahrenden im entscheidenden Moment richtig verhalten können.

Am Lenker montiertes Handy mit der Drivometer-App in Betrieb
Die Drivometer-App ermittelt das Unfallrisiko auf Wegen mit dem Fahrrad.

Die VBG bietet dazu Fahrradtrainings mit dem Präventionsmobil Verkehrssicherheit an. Dieses Angebot richtet sich an Personen, die im betrieblichen Auftrag Fahrrad fahren, sowie an alle anderen Beschäftigten im Unternehmen, die das Fahrrad beispielsweise auf Arbeitswegen nutzen. Als neuen Ansatz erhalten Unternehmen, die ein Fahrradtraining mit Kostenübernahme durch die VBG durchgeführt haben, für ihre Beschäftigten voraussichtlich im Laufe des zweiten Halbjahrs 2026 einen Zugang zur Drivometer-App.

Unfallrisiko berechnen

Die VBG hat diese Anwendung gemeinsam mit der Initiative für sichere Straßen entwickelt. Die App berechnet das Unfallrisiko für die gefahrene Radstrecke anhand einer deutschlandweiten Karte von Gefahrenstellen im Straßenverkehr. Bei Bedarf schlägt sie eine alternative Route mit geringerem Unfallrisiko vor. Der Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit (VDSI) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) waren als Juroren des Wettbewerbs „Unterwegs – aber sicher!“ von dieser Idee überzeugt. Der Wettbewerb zeichnet Ansätze zur Verringerung des Unfallrisikos im Straßenverkehr und beim innerbetrieblichen Transport aus. Im Jahr 2025 gewann die App den ersten Platz.

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