Aus- und Weiterbildung – Fahrtrainings im Simulator

Das Fahrpersonal der Duisburger Verkehrsgesellschaft AG (DVG) erlernt das Bahnfahren zusätzlich mit Fahrsimulatoren. Zwei neue Simulatoren stellen realitätsnahe Situationen mit den Fahrzeugen der DVG nach. Die DVG macht damit den ÖPNV noch sicherer und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz.

Das Lehrpersonal kann den Fahrschülerinnen und Fahrschülern über die Schulter sehen, bestimmte Situationen analysieren und üben lassen.

Das neue Simulations-Trainingszentrum der DVG wurde in eigens dafür hergerichteten und mit modernster Technik ausgestatteten Räumlichkeiten installiert. Es besteht aus zwei Simulationskabinen, die den Fahrer­stand einer Bahn nachbilden, einer Ausbildungsstation für die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer und einem Mitschaubereich für die übrigen Fahrschülerinnen und Fahrschüler des Ausbildungslehrgangs. Die Simulatoren der DVG bilden wahlweise den Fahrerstand einer Straßenbahn oder einer Stadtbahn mit den jeweiligen Sitzen, Informations- und Bedieneinheiten ab. Die Sitze sind auf einer Bewegungsplattform montiert, sodass beispielsweise bei schneller Beschleunigung oder beim Bremsen die entsprechenden Kräfte wirken.

Mehr Sicherheit

Die DVG setzt die Fahrsimulatoren in der Aus- und Weiterbildung des Fahrpersonals und zum Üben besonderer Verkehrssituationen ein. Das steigert die Qualität der Ausbildung und gibt den Fahrenden mehr Sicherheit. Fahrsimulatoren ermöglichen ein risikofreies Training, die Einführung in neue Strecken und Fahrzeugtypen sowie das Üben von Not- und Ausnahmefällen ohne die Gefährdungen, die sich bei gleichen Übungen im Streckennetz ergeben würden.

Individuelle Situationen

Auf insgesamt sieben Monitoren mit einem Sichtbereich von 210 Grad sehen die Fahrerinnen und Fahrer die Simulationen vor sich. Die Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer können von Strecken und Signalen über Weichen bis hin zu kritischen Situationen und schwierigen Wetterbedingungen nahezu jede Fahrt individuell simulieren.

Die Fahrerinnen und Fahrer können so schwierige Situationen üben, um für den Ernstfall gut vorbereitet zu sein. Sämtliche Witterungsbedingungen, ob Regen, Nebel, Schnee, vereiste Oberleitungen oder andere Gefahrensituationen, können im Simulator realitätsgetreu dargestellt werden, sodass das Fahrpersonal alle Handlungen wie im „echten“ Fahrzeug durchführen kann.

Alles im Blick

Das integrierte Eye-Tracking-System ermöglicht den Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern, das Sehverhalten des Fahrpersonals zu beurteilen. Auf dem Bildschirm des Lehrpersonals wird angezeigt, ob Signale und Verkehrsteilnehmende ausreichend beachtet wurden. Für Handlungen des Fahrpersonals außerhalb der Fahrerkabine, wie zum Beispiel Weichenstellen, steht in der Simulationskabine ein zusätzlicher Monitor, der sogenannte Virtual Train, zur Verfügung.

Geringere Emissionen

Die eingesetzten Fahrsimulatoren ermöglichen nicht nur ein risikofreies Training, sondern ersetzen auch herkömmliche Fahrschulfahrten im Stadtgebiet. Dadurch trägt diese Art der Aus- und Weiterbildung auch dazu bei, die CO2-Emissionen der DVG zu reduzieren (siehe Interview).

Drei Fragen an die Expertin

Welche Ziele stehen hinter dem Projekt?

Mit der Einführung der Simulatoren verfolgt die DVG das Ziel, Treibhausgase zu senken und die Qualität der Ausbildung zu erhöhen.

Wie erreichen Sie das?

Wir führen mit der Simulation auch Energieeffizienztrainings durch, um die CO2-Emissionen und den Lärm in der Stadt zu senken. Der Einsatz der Simulatoren in der Ausbildung spart 60 Prozent der Ausbildungsfahrten im Netz ein.

Hatte dies Auswirkungen auf die Finanzierung?

Die DVG investiert etwa 1,9 Millionen Euro in die neue Technologie. Davon werden 70 Prozent vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert.

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